Innerhalb des Kreises Altenkirchen hatte der Erste Weltkrieg vermutlich in Betzdorf zunächst aufgrund seiner transportlogistischen Bedeutung, bedingt durch den Knotenpunktbahnhof / Kopfbahnhof die schwerwiegendsten Auswirkungen.
Am 1. August 1914 wurde die Mobilmachung offiziell verkündet. Kurz darauf fuhren die ersten Truppenzüge patriotisch geschmückt in Betzdorf ein. Die durchreisenden Soldaten wurden mit Speisen am Bahnhof versorgt. Allein an den ersten beiden Tagen der Mobilisation handelte es sich um 75 Militärzüge, die Betzdorf passierten. In den folgenden Tagen und Nächten fuhren die Truppenzüge meist im Viertelstunden-Takt durch den Bahnhof 1. Die Betzdorfer Sanitätskolonne war bei diesen Truppentransporten in Tag- und Nachtschichten bei Hilfeleistungen, Verletzungen und Versorgung der Truppen im Einsatz.
Bereits am 13. August 1914 trafen darauf die ersten Verwundeten ein. Von Sedan kamen am 2.Oktober 1914 besonders viele Verletzte, 193 Schwerverwundete und 800 Leichtverwundete.
Zwei Reservelazarette in der Eisenbahnersiedlung wurden zur Versorgung der Verletzten errichtet. Die Versorgung und Betreuung erfolgte größtenteils durch den „Vaterländische Frauenverein“. Die Betzdorfer Sanitätskolonne führte 36 Krankentransportfahrten durch. Da jedoch 1916 fünf Mitglieder zum Waffendienst und sieben Mitglieder zum Sanitätsdienst eingezogen wurden, konnten nur noch vereinzelte sanitätsdienstliche Hilfeleistungen durchführt werden und auch Dienstabende entfielen.
1Thomas A. Bartolosch und Eckard Hanke: Mobilmachung und Brotration. Der Erste Weltkrieg im Kreis Altenkirchen in Foto- und Textdokumenten 1987.
Die Arbeit an diesem Projekt, insbesondere das Durchforsten unserer eigener Vergangenheit anhand verschiedenster Zeitzeugnisse und Quellen, haben wir als äußerst spannend und bereichernd empfunden. Diese Sammlung liegt uns sehr am Herzen und soll auch künftig weiter ausgebaut werden.
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