Die Abbildung zeigt eine Kleidersammlung durch Helfende der Sanitätskolonne Betzdorf und des vaterländischen Frauenvereins in der Viktoriastraße in Betzdorf. So herrschte zu Beginn des Krieges Mangel an Textilien zur Ausrüstung der Soldaten. Beim Fortlauf des Krieges bestand allgemeine, deutschlandweite Rohstoffknappheit. Gründe waren unter anderem die britische Seeblockade und der anhaltende Stellungskrieg.
Deshalb werden während des Krieges viele Produkte aus Ersatzstoffen hergestellt. Aus Kartoffelmehl wird Brot gebacken, der Kaffee wird mit Kleie gekocht, und Kleidung wird aus Brennnesseln oder Papierfasern angefertigt. Im wahrsten Sinne des Wortes wird jede Faser verwertet1
Neben den Einsatz von den durchaus kreativen Ersatzstoffen, wurde die Bevölkerung zu Sparsamkeit angehalten. Strafen für „Verschwender” angedroht, moralischer Druck ausgeübt und Übertretungen gesetzlicher Maße z.B., als „Versündigung am Vaterlande” betitelt.2 Auch Lebensmittel wurden streng rationiert, lediglich mit Bezugsscheinen ausgegeben.
1Beitrag “Grundsätze vs. Patriotismus” DRK e.V., 1917, Stand 13.04.2026
2 Betrifft: Heimat 5, “Mobilmachung und Brotration” Der Erste Weltkrieg im Kreis Altenkirchen in Foto- und Textdokumenten, bearb. v. Thomas A. Bartolosch u. Eckard Hanke, S. 23, Bild S. 43
















