Impulse zur Gründung des Vaterländischen Frauenvereins im Kreis Altenkirchen kamen von der Kaiserin Auguste Viktoria (1881 bis 1921), der ersten Gemahlin von Kaiser Wilhelm II. Im März 1906, also vor genau neun Jahrzehnten, fand die Gründung in Betzdorf statt. Diese Stiftung der Kaiserin wurde dem Deutschen Roten Kreuz angegliedert. Das Ziel des Vaterländischen Frauenvereins war es, in Friedenszeiten schon für den Kriegsfall alle Vorbereitungen dafür zu treffen, dass verwundete und kranke Soldaten gute Pflege finden, „Einrichtungen zu schaffen, die sonst wie nötiger Fürsorge dienen könnten und schließlich überhaupt einzugreifen, wann und wo außerordentliche Notstände im Lande auftreten".
Hervorgehoben wird das große Engagment der Mitgliederinnen bzw. die große Teilhabe der Einwohnerschaft. Bereits im Gründungsjahr wurden Wohltätigkeitsveranstaltungen für “arme Kinder” organisiert, die laut Angaben der Betzdorfer Zeitung sehr gut besucht waren. Bei der Gründung am 22.März 1906 der Betzdorfer Ortsgruppe wurde zur Vorsitzenden Auguste Weber gewählt „die Persönlichkeit, welche […] einen Stab hervorragend geeigneter Mitarbeiterinnen […] um sich zu sammeln [gelang] und später auch die Öffentlichkeit zu vorbildlicher Opferbereitschaft mitriss.
Auch wurde bereits der DRK-Grundsatz Universalität gelebt, so handelte es sich um eine ökumenische Gemeinschaft. Erwähnung finden z.B., die Auguste Weber im Vorstand unterstützenden, Emma Ermert, Christine Pracht sowie Helene Tobias.
Drei Konfessionen in einträchtigem Verein für gleiche Tat der Nächstenliebe
Auszug Chronik Dr. August Wolf
Ein großen Beitrag, leisteten die Frauen auch gemeinsam mit der Sanitätskolonne bzw. dem Roten Kreuz, bei der Versorgung von den vielen verwundeten Soldaten des Ersten Weltkrieges, die im Bahnhof Betzdorf ankamen oder ihn passierten.
Der vaterländische Frauenverein bestand fast 30 Jahre lang, bis er 1933 zur NS-Frauengemeinschaft gleichgeschaltet wurde1. Nach dem Ersten Weltkrieg waren mehr als 1000 Frauen und Mädchen Mitglieder der Ortsgruppe Betzdorf, mithin rund ein Fünftel der weiblichen Bevölkerung Betzdorfs.
1 Horst-G. Briel, Heimatchronik
















